Medienhinweise

Am 14.3.2019 in der Reihe Menschen hautnah: „Heute euphorisch, morgen depressiv - Arno ist bipolar“ im WDR Fernsehn.

Arno W. leidet an einer bipolaren Störung – seine Stimmung schwankt zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Seit mehr als 15 Jahren stellt die Krankheit sein Leben immer wieder komplett auf den Kopf.

43:32 Min.. Von Pia Huneke und Yves Schurzmann.

Ergänzende Behandlungsmöglichkeiten bei Depression

Welche ergänzenden Möglichkeiten zur Behandlung einer Depression gibt es?

Prof. Hegerl: Depressionen werden hauptsächlich mit Antidepressiva und Psychotherapie behandelt. Ein Zusatzverfahren ist der Schlafentzug, der häufig in Kliniken angeboten wird. Bei etwa 60% der Betroffenen klingt die Depression ab, wenn sie über Nacht wach bleiben. Am Morgen stellt sich wieder Lebensfreude ein, Patienten verspüren Hoffnung und haben wieder Appetit. Allerdings hält die Wirkung nur bis zum nächsten Schlaf an. Deshalb ist der Schlafentzug leider als alleinige Behandlung nicht geeignet.

Was kann man bei sehr schweren Depression tun, wenn die Behandlung nicht anschlägt?

Prof. Hegerl: Falls verschiedene medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsversuche bei Patienten mit einer schweren Depression nicht ausreichend gewirkt haben, ist die Elektrokrampfbehandlung ein sehr gutes Verfahren. Unter Kurznarkose wird bei den Patienten durch eine kurze elektrische Reizung des Gehirns ein epileptischer Krampfanfall ausgelöst, wobei durch muskelentspannende Medikamente Muskelkrämpfe unterbunden werden. Das Verfahren ist schmerzfrei und vergleichsweise schonend.  Viele Menschen mit schweren Depressionen kommen damit aus einer seit Monaten bestehenden Erkrankung heraus. Ein weiteres Verfahren ist die transkranielle Magnetstimulation, bei der mit Hilfe starker Magnetfelder das Gehirn stimuliert wird. Dieses Verfahren kann eine ergänzende Möglichkeit in der Behandlung der Depression sein, wobei die Wirksamkeit nicht an die Elektrokrampftherapie heranreicht.

Was kann ich selbst zur Unterstützung der Behandlung tun?

Prof. Hegerl: Sport ist für viele Patienten sehr hilfreich – auch weil Bewegung müde macht. Als alleinige Behandlung genügt es aber nicht. Zudem können Patienten mit einem Online-Programm wie dem kostenfreien iFightDepression mehr über ihre Erkrankung lernen und hilfreiche Tipps erhalten, die beispielsweise bei der Strukturierung des Alltags unterstützen. Auch hilft das Programm den Zusammenhang zwischen Schlaf und Depression zu verstehen, da bei vielen Betroffenen lange Bettzeit und Schlaf depressionsverstärkend sein können. Den Zugang zum Programm erhalten Patienten über ihrem Arzt oder Psychotherapeuten.

Prof. Ulrich Hegerl ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Darüber hinaus leitet er das Deutsche Bündnis gegen Depression und die European Alliance Against Depression. Seit mehr als 30 Jahren setzte er sich mit großem Engagement für die bessere Erforschung und Aufklärung über Depression und die Suizidprävention ein.

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